Eine Goldmedaille für Florian Berger bei der 43. Internationalen
Chemie-Olympiade in Ankara
Mit seinen nur 17 Jahren kann
Florian Berger auf eine äußerst erfolgreiche Wettbewerbskarriere
zurückblicken: Der junge Leverkusener kehrte erneut mit einer
Goldmedaille von seiner mittlerweile 7. internationalen Endrunde einer
Wissenschaftsolympiade heim. Er hatte an der 43. Internationalen
Chemie-Olympiade (kurz IChO), die vom 9. bis 18. Juli in Ankara
stattfand, teilgenommen und konnte dort im Wettstreit mit 273 Schülern
aus 70 Nationen bei diesem anspruchsvollen Wettbewerb Gold erringen.
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Florian Berger genießt seinen Erfolg nach
der Verleihung der Goldmedaille bei der IChO 2011 in Ankara (Türkei) Foto © Birgit Vieler |
Auch seine drei Teamkollegen hatten sehr erfolgreich gekämpft und wurden mit zwei Silbermedaillen und einer Bronzemedaille belohnt.
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Die deutsche Mannschaft 2011 (v.l.n.r.): Andreas Ohligschläger
(Rheinland-Pfalz) Bronze, Florian Berger (Nordrhein-Westfalen)
Gold, Toshiki Ishii (Brandenburg) Silber, Georg Krause
(Sachsen-Anhalt) Silber |
Herzlichen Glückwunsch zu diesem phantastischen Erfolg !
Die Schülerinnen und Schüler, die aus allen Teilen der Welt angereist
waren, mussten sich an der Middle East Technical University in Ankara
zwei herausfordernden fünfstündigen Klausuren stellen. Die Aufgaben
umfassten viele verschiedene Fachgebiete, von denen "normale" Schüler in
der Schule nie etwas erfahren werden. Die theoretische und praktische
Vorbereitung hierzu erfordert ein großes Interesse für das Fach und ein
hohes Maß an Selbstdisziplin. Sehr viele Stunden musste ein Teilnehmer
der IChO in sein Training investieren, um sich mit Erfolg z. B. mit
theoretischen Fragen zu verschiedenen elektrolytischen Verfahren zur
Goldgewinnung, der thermodynamischen Betrachtung und Synthese von
Polystickstoffverbindungen und der mehrstufigen Synthese isomerer
Pseudozucker auseinanderzusetzen. Professionelles Geschick beim
Experimentieren erforderte die Bestimmung der prozentualen
Zusammensetzung eines Chloridgemisches und die Bestimmung der
Reaktionsordnung und Geschwindigkeitskonstanten bei der Freisetzung von
Wasserstoff aus Ammoniumboran. Auch eine Synthese eines Ferrocenderivats
mit anschließender Reinigung und Trennung des diastereomeren Gemisches
war zu meistern.
Zur Entspannung und zur Intensivierung der
internationalen Kontakte gab es ein umfangreiches Programm mit z. B.
einer Stadtbesichtigung in Ankara und einem Besuch des Eymir Lakes.
Kulturelles Highlight war ein zweitägiger Ausflug nach Kappadokien, eine
beeindruckende Landschaft, die von imposanten Formationen aus weichem
Tuffgestein geprägt ist und frühchristliche Siedlungen aufweist, in
denen in Tuff gehauene Kirchen, Kapellen und Wohnanlagen zu besichtigen
sind. Faszinierend fanden die Jugendlichen vor allem die teils bis zu 10
Stockwerke tiefen unterirdischen Städte - mit einem ausgeklügelten
Abriegelungsmechanismus zum Schutz vor Feinden.
"Neben der immer
wieder neuen und interessanten Herausforderung bei den kniffligen
Klausuren macht die Teilnahme an der IChO einfach sehr viel Spaß.",
sagte Florian Berger. "Man lernt - neben Einblicken in die Kultur des
Gastgeberlandes - viele Jugendliche mit gleichen Interessen kennen, und
es entstehen Freundschaften, die Jahre überdauern." Auch werde die
Kommunikation immer flüssiger, da sich seine Englischkenntnisse seit
seiner ersten Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb vor fünf
Jahren natürlich stark erweitert haben.
Florians Medaillensammlung
ist einzigartig: Mit 14 Jahren holte er 2007 bei der 4. Internationalen
Juniorwissenschafts-Olympiade (kurz IJSO) in Taiwan Silber, ein Jahr
später in Korea Gold. Bei der EUSO, der European Union Science Olympiade
für Schüler unter 17 Jahren, konnte Florian 2009 in Murcia und 2010 in
Göteborg jeweils eine Goldmedaille mit nach Hause bringen. Bei der IChO
hat er sich als einer der jüngsten Teilnehmer 2009 in Cambridge und 2010
in Tokio Silber gesichert.
Florian hat seine Leidenschaft für die
Chemie schon früh entdeckt: Bei allen naturwissenschaftlichen Versuchen,
die er schon als Junge zu Hause ausprobierte, hat ihn die Vielfalt der
chemischen Praxis am meisten begeistert. Dazu kommt eine Vorliebe für
schwierige Fragestellungen und damit die Suche nach neuen
Herausforderungen, wie sie bei internationalen Wettbewerben gestellt
werden.
Nun wird sich Florian erst einmal seinen weiteren Interessen
widmen. Neben der Fotografie sind dies Wandern und das Sammeln und
Bestimmen von Mineralien und Fossilien. Nach den Ferien steht der
Endspurt zum Abitur an, aber parallel dazu will sich Florian auf eine
erneute Teilnahme an der Internationalen Chemie-Olympiade vorbereiten.
Diesmal heißt das Ziel USA.
Wir wünschen ihm auch in Zukunft viel
Erfolg und drücken ihm alle Daumen für die IChO 2012.
04.08.2011
Birgit Vieler
Anmerkung: Florian Berger hat viele Jahre sehr
erfolgreich am Wettbewerb "Chemie entdecken" teilgenommen.