Feierstunde des Experimentalwettbewerbs "Chemie entdecken"
Der Experimentalwettbewerb "Chemie entdecken" für Schülerinnen und
Schüler der Jahrgangsstufen 5 bis 10 in Nordrhein-Westfalen, der von
einem Arbeitskreis im "Kölner Modell" an der Universität zu Köln
gestaltet und ausgerichtet wird, war im Schuljahr 2006/2007 wieder ein
voller Erfolg. An den beiden Wettbewerbsrunden nahmen 10.336 Jugendliche
teil und stellten damit einen neuen Teilnehmerrekord auf. Mehr als
45.500 Teilnehmer haben seit dem Start im Jahr 1999 mitgemacht.
Die Jahresabschlussfeier fand am Montag, 04. Juni 2007, im
Kurt-Alder-Hörsaal der Chemischen Institute statt. Eingeladen waren die
345 diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger aus ganz
Nordrhein-Westfalen mit je einer Begleitung, die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer der Körperbehindertenschule Anna-Freud in Köln, sowie
Vertreter von Schulbehörden, der Universität zu Köln, von Verbänden, der
Chemischen Industrie und den Medien.
Prof. Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln, begrüßte die
mehr als 700 Gäste aus allen Altersschichten, wobei er auch auf die
zahlreichen Förderprojekte der Universität einging, die sich an
Schülerinnen und Schüler in den verschiedenen Altersstufen richten. Das
Spektrum reicht von der "Kölner Kinderuni" für Grundschulkinder bis zum
Angebot für Oberstufenschüler, bereits vor dem Abitur mit dem Studium zu
beginnen. Ministerin Barbara Sommer des Ministeriums für Schule und
Weiterbildung ging in ihrer Ansprache unter anderem auf immer noch nicht
zufriedenstellend beantwortete Alltagsfragen ein, z. B., wie sich wohl
Ketchupflecken spurlos aus hellen T-Shirts entfernen lassen. Sie lobte
die Teilnehmer, dass sie sich so engagiert mit den Themen von "Chemie
entdecken“ auseinandergesetzt haben und betonte, dass es sehr wichtig
sei, die Naturwissenschaften zu fördern und voranzubringen. Angesichts
so vieler begeisterter junger Wettbewerbsteilnehmer sei ihr, was die
Entwicklung der Naturwissenschaften in Nordrhein Westfalen anbelangt,
für die Zukunft nicht bange. Sie beglückwünschte alle Preisträger und
zeichnete die 50 Doppelpreisträger, also diejenigen, die in beiden
Wettbewerben des Schuljahres besonders erfolgreich waren, mit Urkunden
und Geschenken aus. Die Doppelpreisträger aus den Klassenstufen 7 und 8
erhielten eine zusätzliche Belohnung durch den Verband der Chemischen
Industrie NRW und das Deutsche Museum Bonn, die Herr Mittelstaedt als
Gutschein überreichte: Sie dürfen nach den Sommerferien einen ganzen
Samstag im Deutschen Museum Bonn in der "ExperimentierKüche“
experimentieren und das Museum erkunden. Die Doppelpreisträger aus den
Klassen 9 und 10 wurden mit einer zusätzlichen Belohnung durch Bayer
Industry Services bedacht. Herr Wilkens, Vertreter von Bayer Industry
Services, hat sie eingeladen, in den Herbstferien vier Tage lang in den
Ausbildungslaborräumen von Bayer in Dormagen zu experimentieren. Für die
Unterkunft in einer nahe gelegenen Jugendherberge wird der Wettbewerb
"Chemie entdecken“ während dieser Zeit sowohl organisatorisch als auch
finanziell sorgen. Die zehn beim Wettbewerb engagiertesten Schulen des
Landes erhielten von Ministerin Sommer Urkunden, wobei alle Schulformen
anteilsmäßig berücksichtigt wurden. Zusätzlich überreichte Wolfgang
Stark, Aulis Verlag, den Schulvertretern einen Buchpreis "Trickkiste
Chemie“.
Einen der Höhepunkte stellte wieder der von allen Gästen mit Spannung
erwartete Experimentalvortrag "Chinesisches Feuer: Bunt und auch mal
laut“ dar, den Prof. Dr. Gerd Meyer speziell für die Preisträger
zusammengestellt hatte. Prof. Meyer und Hermann Krings demonstrierten
und kommentierten viele eindrucksvolle Reaktionen, die teilweise mit
großartigen Feuererscheinungen, sprühenden Funken und lautem Knall
abliefen. Die Zuschauer waren alle begeistert und dankten den Referenten
mit kräftigem und lang anhaltendem Beifall.
Wie stets hatte der Arbeitskreis "Chemie entdecken" in beiden
Wettbewerben des Schuljahres Themen und Experimente mit Alltagsbezug
ausgewählt. Worum ging es in den beiden Wettbewerbsrunden des
Schuljahres?
Unter dem Titel "Mikrolabor Hefezelle“ beschäftigten sich Schülerinnen
und Schüler mit Fragen rund um die Backhefe. Sie beobachteten und
untersuchten Gärvorgänge und deren Produkte und entwickelten selbst
Reihenuntersuchungen zur Optimierung der Ergebnisse. Zum Vergleich
wurden auch Trauben vergoren. Die Schüler sollten ein eigenes
Hefekuchenrezept vorstellen und den Prozess des Kuchenbackens
beschreiben. Es trafen so viele interessante Rezepte ein, dass der
Arbeitskreis nun ein Schüler-Backbuch "Chemie entdecken“ veröffentlichen
könnte.
"Seifen sind WAS?“ war das Thema des Frühjahrswettbewerbs. Die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer kochten aus Stearinkerzen und Soda ihre
eigene Seife und testeten deren Eigenschaften im Vergleich mit Kernseife
und weiteren waschaktiven Substanzen. Auch Internetrecherchen zur
industriellen Seifenherstellung durften nicht fehlen. Bei dieser Aufgabe
bereiteten Experimente wie der Antrieb eines kleinen Bootes durch Seife
und das Erzeugen möglichst großer Seifenblasen den Schülern ganz
besonderen Spaß und regten sie zum Wettstreit untereinander an.
Dass die Jahresfeier verbunden mit der Schülerehrung in gewohnter Weise
durchgeführt werden konnte, ist der vielseitigen Unterstützung des
Projekts zu verdanken. Tatkräftige Korrekturhilfe bei den eingesandten
Lösungen leisteten Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen
Landesteilen, sowie Helfer des Instituts für Anorganische Chemie, Uni
Köln, des Instituts für Chemie und ihre Didaktik, Uni Köln, und des
Instituts für Anorganische Chemie, Uni Siegen. Materielle Hilfe kam von
der Kurt-Hansen-Stiftung, dem Fonds der Chemischen Industrie, der
Rütgers-Stiftung sowie von vielen weiteren Sponsoren.
11. Juni 2007
Elke Schumacher
Programm der Feierstunde (bitte anklicken)
Eindrücke von der Feierstunde - einige Bilder (bitte anklicken)
Gruppenbilder zum Download (Größe ca. 600kb je Bild, geeignet zum Ausdrucken auf 10x15 cm; Download: rechte Maustaste und "Ziel speichern unter" oder "Grafik speichern unter"):
Alle Bilder wurden fotografiert von Roman Oranski